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Einen eigenen Hund zu besitzen war schon immer mein Traum. Etwas genetisch vorbelastet bin ich ja schon – hatten doch Hunde in meiner Familie väterlicherseits schon immer einen großen Stellenwert. Ganz früher ein riesiger Landseer-Mischling (glaub ich) namens Lian, der meinen Opa zur Waldarbeit begleitete. Später dann Haus- und Hofhunde, die halt einfach da waren.

Die beiden Hunde, an die ich mich noch erinnern kann, waren mein Jagdterrier-Mischling Sheila, der leider nur zwei Jahre alt werden durfte… Sie war jagdhundtypisch immer unterwegs und kaum zu bändigen. Es nahm sich leider auch niemand die Zeit dafür.

Nach Sheilas Tod kam Charly in unser Leben. Ein Dackelmischling. Ein Sturkopf. Aber sowas von liebenswert. Dieser Hund hatte Personal, anders kann man das nicht nennen. Im Sinne von „Sie wünschen, wir spielen“ hatte er uns komplett unter Kontrolle und er konnte sein ganzes Leben lang tun und lassen, was er wollte.

UND DANN KAM BRUCE

Sofort nach dem Einzug in unser Haus habe ich mir meinen Kindheitswunsch erfüllt und hab meinen Border Collie Almighty Bruce of Willow Road zu uns geholt. Er ist ein Traum von einem Hund. Eher ruhig für seine Rasse, nicht der typische, hibbelige Vertreter. Das ist einerseits im „normalen“ Leben sehr von Vorteil, kann man ihn doch überall hin mitnehmen, ohne dass er auch nur in irgendeiner Art und Weise negativ auffällt. Andererseits braucht er für’s Arbeiten aber auch immer wieder Motivation und ich musste manchmal schon tief in die Trickkiste greifen, um ihn für irgendetwas zu begeistern.

Wir haben viel ausprobiert: Agility, Longieren, Obedience, Breitensport. Unterordnung… Aber unsere gemeinsame Leidenschaft ist die Rettungshundearbeit. Gestartet haben wir bei den Sportrettungshunden, wo wir tolle Erfolge bis hin zur Teilnahme an der Rettungshunde-Weltmeisterschaft 2018 in Ljubljana (Slowenien) verbuchen konnten.

Nachdem wir aber immer wieder mit einem Schussproblem in der Unterordnung zu kämpfen hatten, hab ich Mitte 2019 schweren Herzens beschlossen, den Rettungshundesport mit ihm an den Nagel zu hängen. Weil er aber sehr gerne und vor allem sehr gut und ausdauernd sucht, bin ich mit ihm zur Rettungshundestaffel des Roten Kreuzes gewechselt. Im Oktober 2019 konnten wir unseren Einsatztest bestehen und Bruce ist nun geprüfter Einsatzhund beim Roten Kreuz. Hier kann er weiterhin seiner Leidenschaft nachgehen – ohne Angst vor dem Schuss haben zu müssen.

WAS IST BESSER ALS EIN HUND? ZWEI HUNDE!

Unter diesem Motto habe ich Mitte 2018 Benelli vom Riedelwald in unser Rudel geholt. „Warum ein Jagdhund?“ wurde ich oft gefragt. Schwer zu sagen… Der Border Collie ist für mich die absolut tollste Hunderasse der Welt. Aber nochmal mit der Voraussetzung Schussscheue (und Border Collies sind da nunmal in die Richtung veranlagt) wollte ich nicht in die Rettungshundearbeit starten. Durch einen glücklichen Zufall und die Unterstützung durch einen lieben Freund hab ich Kontakt zu einer Züchtern für Deutsch Kurzhaar bekommen. Nachdem ich ihr mein Pläne mit dem Hund offenbart habe, hat sie mir das OK gegeben und mir einen ihrer Welpen anvertraut. Danke dafür an beide – für die Unterstützung und für das Vertrauen! 🙂

Benelli ist im Gegensatz zu Bruce ein echter Wirbelwind, immer in Bewegung, kaum ruhig und sowas von motiviert. Er will mir immer gefallen, er geht eine tolle Unterordnung und macht sich auch bei den Rettungshunden gut. Er soll in erster Linie wieder sportlich geführt werden. Mein erklärtes Ziel: Die Teilnahme an der Rettungshunde-Weltmeisterschaft! Daran arbeiten wir nun Schritt für Schritt, denn natürlich bringt seine jagdliche Veranlagung einige Herausforderungen mit sich, die ich von Bruce so nicht kenne. Ich bin ein absoluter Fan der Flächen-Suche, bei der große Waldstücke nach Personen abgesucht werden. Da gibt’s aber halt auch Hasen und Rehe… Und er muss jetzt erst mal lernen, dass Menschen suchen viel lustiger ist als Wild. Bis wir unsere erste Prüfung gehen können, wird’s also noch eine Weile dauern.

WIE GEHT’S WEITER?

Aufgrund der aktuellen Situation ist im Moment kein Training möglich, weder am Hundeplatz, noch bei den Rettungshunden. Mit Benelli arbeite ich also wieder viel an Grundlagen, wir machen Gehorsamsübungen und die eine oder andere Eigenanzeige. Und Bruce? Ja, Bruce darf das tun, was er am liebsten macht: Den ganzen Tag irgendwo faul herumliegen, damit er nach der unfreiwilligen Trainingspause wieder voll motiviert an die Arbeit geht!

 

Bis zum nächsten Mal,
eure Landpfoten 🐾